Vermieter solltest du bei Mietrückständen systematisch vorgehen: diese Schritt-für-Schritt-Anleitung erklärt dir, wie du Mietschulden feststellst, dokumentierst und rechtssicher eintreibst.
1. Prüfung und Dokumentation: Kontrolliere deinen Mietvertrag, Kontoauszüge und das Übergabeprotokoll. Halte alle Beträge, Zeiträume und Kontaktversuche schriftlich fest, damit du später Nachweise hast.
2. Mahnung schreiben: Sende eine formelle Mahnung mit klarer Forderung, Frist (z. B. 14 Tage) und Hinweis auf Verzugszinsen und mögliche rechtliche Schritte. Nutze Einschreiben oder Zustellung gegen Empfangsbestätigung.
3. Zahlungsvereinbarung anbieten: Biete bei berechtigten Härten eine gestaffelte Ratenzahlung an, dokumentiere die Vereinbarung schriftlich und lasse sie vom Mieter unterschreiben. So vermeidest du oft kostspielige Gerichtsverfahren.
4. Verzugszinsen und Kaution: Weise auf gesetzliche Verzugszinsen hin und prüfe, ob eine Verrechnung mit der Kaution möglich ist. Beachte dabei die rechtlichen Grenzen und dokumentiere jede Verwendung.
5. Mahn- und Vollstreckungsverfahren: Schicke bei ausbleibender Reaktion einen Mahnbescheid (gerichtliches Mahnverfahren). Liegt kein Widerspruch vor, kannst du einen Vollstreckungsbescheid erwirken und die Zwangsvollstreckung einleiten.
6. Räumungsklage und Gericht: Bei andauernder Zahlungsunfähigkeit solltest du eine Räumungsklage erwägen. Beachte dabei gesetzliche Kündigungsfristen und die Voraussetzungen für eine fristlose Kündigung wegen Zahlungsverzugs.
7. Inkasso und externe Hilfe: Ziehe bei Bedarf ein Inkassounternehmen oder Rechtsanwalt hinzu. Diese können Kosten verursachen, erhöhen aber oft die Erfolgswahrscheinlichkeit.
8. Prävention: Prüfe künftig die Bonität neuer Mieter, fordere Einkommensnachweise an und nutze rechtssichere Mietverträge. Regelmäßige Kommunikation und klare Zahlungsregeln vermindern Risiken.
Bewahre alle Belege, Fristen und Schreiben auf und handle stets nach geltendem Recht; so maximierst du die Chance, deine Forderungen durchzusetzen.