Handwerker, du kannst mit klaren Prozessen und gezieltem Inkasso gegen die schlechte Zahlungsmoral von Kunden vorgehen: setze früh auf Prävention, lückenlose Dokumentation und konsequentes Mahnwesen.
Vorbeugend solltest du in jedem Auftrag eine schriftliche Rechnung mit eindeutigen Zahlungszielen, möglichen Zinsen bei Verzug und klaren Leistungsbeschreibungen vereinbaren. Prüfe vor Auftragsbeginn die Bonität und dokumentiere Absprachen, Fotos und Mängel, damit du später belastbare Nachweise hast.
Wenn eine Zahlung ausbleibt, beginne mit einer freundlichen ersten Mahnung, setze eine konkrete Frist und weise auf die Folgen bei Nichtzahlung hin. Steigere die Tonalität in der zweiten und dritten Mahnung, nenne Mahngebühren und eine letzte Frist vor Übergabe ans Inkassounternehmen oder Einleitung des gerichtlichen Mahnverfahrens.
Bevor du ein Inkassounternehmen einschaltest, optimiere die Forderung: prüfe Beträge, lege Belege bei und biete gegebenenfalls eine Ratenvereinbarung an, um sofortige Teilerlöse zu erzielen. Wähle ein seriöses Inkassounternehmen mit Branchenerfahrung und kläre Kostenübernahme, Ablauf und Kommunikationswege.
Wenn außergerichtliche Schritte scheitern, beantrage ein gerichtliches Mahnverfahren oder Vollstreckungsbescheid. Sorge dafür, dass deine Forderung vollständig dokumentiert ist, damit der Ablauf schnell und erfolgreich verläuft. Bei drohender Uneinbringlichkeit prüfe Vermögensauskünfte oder Pfändungsmaßnahmen.
Praktische Tipps für den Alltag: automatisiere Rechnung und Mahnung per Software, notiere Telefonate schriftlich, mache Fristen sichtbar in deinem Kalender und schule dein Team auf ein einheitliches Forderungsmanagement. Setze klare Zahlungsanreize wie Skonto für frühzeitige Zahlung und Vertragsstrafen bei Verzögerung.
Mit einer Kombination aus klarer Vertragsgestaltung, konsequentem Mahnwesen, frühzeitiger Bonitätsprüfung und dem gezielten Einsatz von Inkasso verteidigst du deine Liquidität und sendest ein deutliches Signal gegen die schlechte Zahlungsmoral deiner Kunden.