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Vollstreckungstitel verloren? – Was Gläubiger bei der Zwangsvollstreckung beachten müssen.

Wenn du einen Vollstreckungstitel wie Urteil, Vollstreckungsbescheid oder einen Pfändungs- und Überweisungsbeschluss verlierst, musst du schnell und strukturiert handeln, damit deine Vollstreckungsmaßnahmen nicht scheitern.

Schritt 1: Beantrage sofort beim zuständigen Vollstreckungsgericht eine beglaubigte Abschrift oder eine Ersatzurkunde. Dokumentiere den Verlust (z. B. Diebstahlanzeige oder Verlustmeldung), denn Nachweise erleichtern die Ausstellung der Wiedererteilung oder Abschrift.

Schritt 2: Prüfe Fristen und die rechtliche Wirksamkeit deines Titels. Manche Maßnahmen sind zeitabhängig; wenn Fristen gefährdet sind, informiere deinen Anwalt oder den Gerichtsvollzieher und beantrage gegebenenfalls einstweilige oder vorsorgliche Maßnahmen.

Schritt 3: Stelle sicher, dass du über eine aktuelle Vollmacht verfügst, wenn Dritte (z. B. dein Anwalt oder Gerichtsvollzieher) tätig werden. Fehlt die Originalurkunde für bereits laufende Vollstreckungsschritte, kann es nötig werden, Maßnahmen neu zu beantragen oder vorhandene Beschlüsse zu erneuern.

Schritt 4: Bereite alle vorhandenen Belege und Schriftwechsel vor (Rechnungen, Zahlungsaufforderungen, Zustellungsnachweise). Diese Unterlagen erleichtern dem Gericht oder Anwalt die schnelle Ausstellung einer Abschrift und die Fortführung der Zwangsvollstreckung.

Zu beachten sind außerdem mögliche Kosten für Abschriften, Gebühren und erneute Anträge sowie die Gefahr von Vereinfachungen beim Schuldner (z. B. Verlagerung von Vermögenswerten). Ziehe frühzeitig fachliche Beratung hinzu, damit du deine Rechte als Gläubiger effizient und rechtssicher durchsetzen kannst.

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